Incentives

1. Definition

Incentives (engl. für „Ansporn“, „Antrieb“) sind Maßnahmen, Belohnungen und Anreize, die Unternehmen zur Mitarbeitermotivation, Leistungshonorierung und Kundenbeeinflussung überwiegend im Vertriebsbereich einsetzen.

 

2. Ziele von Incentives

Mit Incentives lassen sich unterschiedliche Ziele verfolgen:

  • Mitarbeitermotivation
  • Steigerung der Loyalität von Mitarbeitern
  • Bindung von Mitarbeitern an ein Unternehmen
  • Verbesserung der internen Kommunikation
  • Steigerung der Bereitschaft zur Weiterbildung
  • Entwicklung von Teamgeist
  • Kreativitätssteigerung
  • Kaufanreize für Kunden
  • Markenbildung
  • Absatzsteigerung

 

3. Arten von Incentives

Incentives werden häufig über Geld- und Sachprämien gesteuert. Verbreitete Mitarbeiter-Incentives sind Reisen, exklusive Veranstaltungen und Events. Dienstwagen, leistungsbezogene Titel und Privilegien, die mit Prestige-Gewinn verbunden sind, Schulungen und Fortbildungen während der Arbeitszeit, Sonderurlaub oder Tickets für Sport- und Kulturveranstaltungen stellen weitere Arten der Incentivierung dar. Auf Kundenseite können Bonus- und Treueprogramme wie beispielsweise „Payback“ oder „Miles and More“ als Incentives aufgefasst werden. Incentives können teambasiert oder für individuelle Leistungen vergeben werden.

Beispiele für Incentives

 

4. Funktionsweise

Incentives sind häufig in einen Leistungswettbewerb eingebettet und sollen Motivation, Begeisterung und Leistungssteigerung hervorrufen.

Wenn zur Steigerung des Gruppenzusammenhalts Teambuilding-Maßnahmen im Fokus stehen, werden neben Betriebsausflügen, Firmenfeiern und Konferenzen gerne freizeitorientierte Aktivitäten durchgeführt, die sich bewusst von Dienstreisen abgrenzen. Naturaktivitäten (Klettergarten, Wandern, Geländewagen-Rallys), gemeinsames Kochen, gemeinsames Lösen von Aufgaben, Heißluftballon- oder beispielsweise Helikopterrundflüge bieten sich aufgrund des Erlebnischarakters an. Die Events fördern die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern in neuen sozialen Konstellationen und stärken so den Austausch untereinander.

Vertriebs-Incentives stützen sich stärker auf Status und soziale Anerkennung. Üblich sind öffentliche Ehrungen, Preisverleihungen, Trophäen und exklusive Sachpreise.

Um Incentives erfolgreich einzusetzen, ist es wichtig, die Auswirkungen auf das gesamte Unternehmen zu erfassen. Negative Wirkungen für Mitarbeiter, die keine Incentives erhalten, müssen vermieden werden, insbesondere wenn diese Mitarbeiter ebenfalls wichtige Beiträge zur Unternehmensleistung geliefert haben.

Um die Mitarbeitermotivation aufrechtzuerhalten, sollten Zielvorgaben realistisch und klar formuliert werden und die Bewertungsmaßstäbe eindeutig nachvollziehbar sein. Ebenso notwendig sind Gestaltungsspielräume der Mitarbeiter zur Erreichung der Ziele. Sind diese aufgrund eines autoritären Führungsstils zu stark begrenzt, verfehlen Incentives ihre Wirkung. Damit Incentives langfristig motivierend eingesetzt werden können, ist es zudem erforderlich, regelmäßig neue Anreize zu schaffen.

Zahlreiche Full-Service-Agenturen spezialisieren sich auf die Konzeption und Durchführung von Incentives und vereinen dabei das Know-how von Eventmanagern, Veranstaltungskaufleuten und Trainern.

4.1 Vorteile von Incentives

Incentives können Begeisterung wecken und die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern steigern. Im Idealfall werden Teamgeist, Loyalität und Zusammenhalt nachhaltig verbessert, Vertrauen und Verantwortungsgefühl gestärkt. Gemeinsame Erlebnisse als Incentives haben dabei gegenüber Sach- und Geldprämien eine Reihe von Vorteilen. Sie werden von den Mitarbeitern lange wahrgenommen und schaffen schöne Erinnerungen.

Bei Team-Incentives werden insbesondere schwächere Teammitglieder motiviert. Damit Incentives langfristig positiv wirken können, muss im Unternehmen jedoch eine motivierende Atmosphäre vorherrschen.

Incentives werden für gute Leistungen vergeben und an die Erreichung bestimmter Ziele wie Verkaufszahlen, Umsatzvorgaben etc. geknüpft. Da bei der Incentive-Vergabe die entsprechenden Erfolge bereits erzielt wurden, ist das finanzielle Risiko für den Incentive-Geber äußerst gering.

4.2 Nachteile von Incentives

Zu den Nachteilen von Incentives gehört, dass Leistungsträger in der Organisation demotiviert werden, wenn Incentives als Gruppenbelohnungen stattfinden („sucker effects“), ohne die Leistung individueller Mitarbeiter zu berücksichtigen. Andererseits können sich bei weniger erfolgreichen Mitarbeitern Neid, Missgunst und Resignation einstellen, wenn herausragende Leistungsträger mit öffentlichen Ehrungen und Statusgeschenken honoriert werden. Incentive-Maßnahmen bewegen sich somit in einem Spannungsfeld von Gruppensolidarität und individuellem Leistungsdruck durch Wettbewerb. Es besteht auch die Gefahr, dass sich einzelne Teammitglieder zulasten von Kollegen profilieren möchten. Individuelle Leistungsanreize können daher die Entstehung von Teamgeist sabotieren.

Die Messung und Vergleichbarkeit der Leistung einzelner Mitarbeiter lassen sich in der Praxis oft nicht eindeutig nachvollziehbar durchführen. Dadurch können Empfindungen für Ungerechtigkeit und Konkurrenzdenken entstehen. Incentives werden zudem als kurzfristiges Motivationsinstrument kritisiert, die einen hohen administrativen Aufwand mit sich bringen.

Geldprämien als Incentives haben gegenüber Events einen geringen Erinnerungswert und landen „bloß“ als zusätzliches Gehalt auf dem Konto. Eine Steigerung der Identifikation mit Produkten oder dem Unternehmen lässt sich mittels Geldprämien nur schwer erreichen. Bei Sachprämien ist die Gefahr groß, dass Kunden oder Mitarbeiter diese nicht wirklich benötigen. Verbrauchsgüter wie Wein oder kulinarische Spezialitäten sollten möglichst exklusiv und von hoher Qualität sein, um die Wertschätzung des Empfängers zu betonen. Sie sollten die Vorlieben des Empfängers berücksichtigen.

 

5. Steuerliche Behandlung

Steuerrechtlich werden Incentives in Form von Geld als sozial- und steuerversicherungspflichtiges Entgelt behandelt. Weitere Incentives werden als „geldwerter Vorteil“ betrachtet, den der Arbeitgeber wie Entgeltbezüge behandeln muss. Incentive-Reisen sind eine Form von Sachzuwendungen. Aufwendungen für Incentives, die 110 Euro pro Jahr und Person übersteigen, sind als normaler Arbeitslohn zu versteuern.

 

Einzelnachweise

http://degefest-wiki.de/degefestWiki/index.php5?title=Incentives

http://www.umsetzungsberatung.de/personal/anreizsysteme.php

https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__37b.html

 

Weiterführende Links

Artikel „Incentiveprogramme“

Artikel „Keine Vergütung ohne Performance“

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