Content-Marketing PR Unterschiede

B2B-Content-Marketing vs. -PR: Werben oder informieren?

Die Unternehmenskommunikation im B2B-Bereich lässt sich grundsätzlich in die Teilbereiche Content-Marketing und Public Relations – auch PR genannt – untergliedern. Eines haben die Ansätze gemeinsam: In beiden Fällen soll die Aufmerksamkeit der Zielgruppe geweckt werden. Allerdings gibt es auch einige klare Unterscheidungskriterien, um B2B-Content-Marketing und -PR voneinander abzugrenzen. Nachfolgend finden Sie einen Überblick über die zentralen Merkmale der beiden Kommunikationsarten.

Lesezeit: 5 minutes

Publiziert: 30.09.2016

0 Kommentare

Was zeichnet B2B-PR-Maßnahmen aus?

Die Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen wird oft als PR bezeichnet. Aufgabe der Public Relations ist die Information von Kunden, Vertriebspartnern und anderen Interessengruppen über unternehmensinterne Neuheiten. Gute PR verfügt über keinen werblichen Charakter, sondern zielt auf die sachliche Darstellung von Tatsachen ab, die Ihr Unternehmen betreffen.

Typische Themen für PR-Artikel sind zum Beispiel

  • Neueröffnungen von Standorten
  • neue Geschäftsbeziehungen / Partnerschaften
  • Veränderungen in der Führungsstruktur

Im Fokus der Aktivitäten steht dabei die Information von Personen und Organisationen, die sich üblicherweise bereits im Vorfeld mit Ihrem Unternehmen auseinandergesetzt haben. Die Distribution der Inhalte erfolgt oftmals auf der eigenen Website und über spezielle Presseverteiler. Auch die Verbreitung per Mailing an die unternehmenseigene Kontaktliste ist ein häufig gewählter Weg, um PR-Meldungen auszusenden.

Unterschied B2B-Content-Marketing PR

Im Fokus der PR steht der informierende Charakter, Tatsachen sollten sachlich dargestellt werden.

 

Was zeichnet B2B-Content-Marketingmaßnahmen aus?

Anders als bei der PR-Arbeit geht es im B2B-Content-Marketing nicht vordergründig um die reine Information der Leser bezüglich Ihres Unternehmens. Stattdessen sollen die Inhalte dazu dienen, Ihre Kompetenzen hervorzuheben. Oftmals sind die Inhalte des Content-Marketings der erste Einstiegspunkt für einen Interessenten, um mit Ihrem Unternehmen in Kontakt zu treten. Die verfassten Inhalte sollten losgelöst von einer Marke sein und nicht ständig namentlichen Bezug auf eine bestimmte Firma nehmen.

Typische Themen für Content-Marketingartikel sind zum Beispiel

  • Wissens- und Fachartikel zu bestimmten Fragestellungen
  • Case-Studies und Best-Practices
  • aktuelle Trends im näheren Branchenumfeld

Die Inhalte im Rahmen des B2B-Content-Marketings sollen dem Leser einen Mehrwert bieten, der nicht starr an Ihr Unternehmen gebunden ist. Vielmehr soll mit dieser Strategie darauf abgezielt werden, das Interesse an bestimmten Themen bei Ihrer Zielgruppe zu wecken und den eigenen Expertenstatus zu manifestieren.

Sie sind Unternehmer und möchten von den besten Tipps von Experten profitieren?

Holen Sie sich jetzt das kostenlose E-Book:
Erfolgreiches Offline Marketing
!

Download

 

Werben oder Informieren – was steht im Fokus?

Sowohl PR- als auch Content-Marketing-Artikel sollen den Leser zu einem bestimmten Sachverhalt mit Informationen versorgen. Allerdings muss hierbei zwischen expliziter und impliziter Information unterschieden werden.

Explizite Informationen – ein Merkmal der PR

Als explizit werden Informationen bezeichnet, deren „Wahrheitsgehalt“ nicht angezweifelt werden kann und die direkt übermittelt werden. Der Bau einer neuen Lagerhalle, die Einführung weiterer Produkte oder die Expansion in internationale Märkte können eindeutig den expliziten Informationen zugeordnet werden. Die textliche Aufbereitung dieser Information ist – wie bereits zuvor erwähnt – ein zentraler Bestandteil der B2B-PR-Arbeit. Diese Art der Berichterstattung bietet für den Leser jedoch kein Wissen, das er für seine eigenen Projekte adaptieren und übernehmen kann.

Implizite Informationen – verpacktes Wissen

Das Wort „implizit“ steht für „indirekt“ oder „nicht ausdrücklich“. Implizite Informationen werden nicht direkt formuliert, sondern müssen zunächst durch den Leser herausgearbeitet werden. Im B2B-Content-Marketing ist diese Art der Vermittlung häufig anzutreffen. Sie möchten Ihrem Leser schließlich mit Sicherheit nicht Ihr über Jahre entwickeltes Erfolgsgeheimnis verraten und die Eckpfeiler Ihrer Strategie preisgeben. Stattdessen sollten Sie versuchen, den Leser in eine Thematik einzuführen und sein Interesse zu wecken. Wenn Ihnen das gelingt, möchte die Person vermutlich tiefer gehendes Wissen – also explizite Informationen – in diesem Themengebiet erwerben. Die Aussendung impliziter Informationen kann also als subtile und unaufdringliche Werbemaßnahme für Ihre eigenen Dienstleistungen genutzt werden.

 

B2B-Content-Marketing und -PR – Assoziationen beim Kunden

Wir haben bereits betrachtet, welche Inhalte in PR- bzw. Content-Marketing-Artikeln verarbeitet werden und welche Art der Information typischerweise in das jeweilige Format integriert werden. In diesem Abschnitt möchten wir uns nun mit den konkreten Assoziationen beschäftigen, die beim Lesen von PR- bzw. Content-Marketing-Artikeln entstehen.

Assoziationen beim Lesen von PR-Artikeln

PR-Artikel sollen das Unternehmen gut da stehen lassen, führen aber zu keinem Wissenstransfer, der sich auf andere Projekte externer Personen übertragen lässt. Sie preisen weder Produkte oder Dienstleistungen an noch lösen sie kein potentielles Problem eines Kunden.
Dennoch kann sich diese Form der Unternehmenskommunikation als starker Assoziationsträger entpuppen. Vermeldet ein Unternehmen regelmäßig Zukäufe, Neueinstellungen oder internationale Expansionen, drückt dies eine gute Wirtschaftslage aus und deutet auf ein erfolgreiches Handeln der Verantwortlichen hin. Es kann Ihnen also gelingen, die externe Wahrnehmung Ihrer Firma durch geschickte PR-Artikel zu verbessern. Im besten Fall führen Ihre potentiellen Kunden, Geldgeber und Lieferanten die positiven PR-Meldungen auf Ihre Kompetenz zurück. Die Dokumentation Ihres Erfolges für die Außenwelt kann also durchaus als potentielles Marketinginstrument angesehen werden.

Übrigens: Auch negative Meldungen wie Entlassungen, Standortschließungen und schwache Finanzergebnisse sind ein wesentlicher Bestandteil glaubwürdiger PR. Der sachliche Umgang mit Rückschlägen und genaue Analysen der Ursachen sind Indizien für Professionalität. Im Rahmen einer guten Pressearbeit sollten Sie sich darum bemühen, gute Nachrichten auf schlechte folgen zu lassen. Auf diese Weise demonstrieren Sie Ihre Fähigkeiten im Management von Problemsituationen, was als stark positives Signal wirken kann.

Assoziationen beim Lesen von Content-Marketingartikeln

Beim Verfassen von Content-Marketingartikeln sind Sie deutlich freier, was die Gestaltung der Inhalte angeht. Informativer und textlich ansprechender Content kann den Leser von der Relevanz einer Thematik überzeugen. Gut geschriebene Artikel können zudem positive Assoziationen mit Ihrer Person bzw. Ihrem Unternehmen hervorrufen. Durch die Vermittlung starker, einzigartiger und nützlicher Informationen können Sie sich als kompetenter Ansprechpartner in Ihrem Segment positionieren. Dies ist ein guter Weg, um Unsicherheiten bezüglich Ihres Angebotes seitens der Kunden abzubauen und wirkt daher als starkes Marketinginstrument – insbesondere bei der Neukundengewinnung und Leadgenerierung.

Sie sind Unternehmer und möchten von den besten Tipps von Experten profitieren?

Holen Sie sich jetzt das kostenlose E-Book:
Erfolgreiches Offline Marketing
!

Download

 

Fazit: ähnliche Effekte trotz unterschiedlicher Ansätze

Abschließend lässt sich festhalten, dass die Aufbereitung der Informationen und die Gestaltung der Inhalte große Unterschiede zwischen PR- und Content-Marketingartikeln offenbaren. Umso erstaunlicher ist es zu beobachten, dass beide Formate positive Assoziationen bezüglich der Kompetenz eines Unternehmens hervorrufen können. Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass sich PR-Meldungen insbesondere zur (Re-)Aktivierung von bestehenden Beziehungen anbieten, während Content-Marketingartikel auch gut zur Akquise von Neukunden genutzt werden können. Sowohl PR- als auch Content-Marketingartikel sind somit ein wichtiger Teil der externen Unternehmenskommunikation.

 

 

Lesen Sie auch:

B2B-Content-Marketing: So erreichen Sie Ihre Kunden

So gestalten Sie Ihren Content attraktiver

Die Unterschiede im Content-Marketing: der B2B- vs. B2C-Bereich

Diesen Artikel bewerten:

1

Bewertung

Diesen Artikel teilen: Share on FacebookGoogle+Tweet about this on Twitter

Autor

Birgit Weber
Birgit Weber

Birgit Weber ist als Redakteurin im B2B Manager tätig. Sie trainiert und berät seit mehr als zehn Jahren Unternehmen hinsichtlich ihrer Marketing- und Vertriebsstrategien und zählt zu den geschätzten Sprecherinnen auf B2B-Messen. Neben ihrer Autorentätigkeit ist Birgit Weber Leiterin eines Institutes für Rhetorik, Persönlichkeitsentwicklung und Zukunftsplanung.

Weitere Kommentare einblenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Meistgelesene Artikel...