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Corporate-Social-Responsibility im B2B-Bereich: Besser nachhaltig wirtschaften

Unternehmerischer Erfolg ohne nachhaltiges Wirtschaften? Laut Meinung vieler Experten ist das heutzutage beinahe unmöglich. CSR ist in aller Munde und doch fällt es vielen schwer, den Begriff auf den Punkt zu bringen. Denn CSR ist mehr als die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und die gelegentliche Unterstützung sozialer Projekte. Nachhaltiges Engagement will gut durchdacht werden – und zahlt sich dann aus. Auch für B2B-Unternehmen.

Lesezeit: 5 minutes

Publiziert: 06.12.2016

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Warum CSR aus der Unternehmerwelt nicht mehr wegzudenken ist

„Wir wollen zu einer Welt beitragen, die eine lebenswerte Zukunft mit besserer Lebensqualität für alle bietet”, heißt es auf der Webseite des Chemiekonzerns BASF. Um dieses Ziel zu erreichen und dauerhaft nachhaltig zu wirtschaften, entwickelte das Unternehmen weitreichende Maßnahmen. Treibhausgasemissionen sollen reduziert, Wassermengen eingespart und die Transportsicherheit erhöht werden. So will der Branchenriese seiner gesellschaftlichen Verantwortung – der Corporate-Social-Responsibility – nachkommen. Diese übersteigt zwar die gesetzlichen Mindestanforderungen, trotzdem können sich Unternehmen der CSR kaum entziehen. Und auch wenn sich Experten bislang auf keine einheitliche Begriffsdefinition festgelegt haben, sind sie sich darin einig, dass die CSR für erfolgreiche Unternehmen ein absolutes „Must Have“ ist. Gefordert wird nachhaltiges Wirtschaften nicht nur von Vertretern der Wirtschaft, sondern insbesondere auch von Seiten der Politik. So schrieb der jetzige Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Energie Sigmar Gabriel in seiner Rolle als Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit bereits 2008, dass „staatliche Regulierungen und Vorschriften […] das Handeln von Unternehmen nicht ersetzen” können. Eine Aufforderung, der in den vergangenen acht Jahren zahlreiche Betriebe mit weitreichenden Plänen nachgekommen sind.

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Warum der Faktor Mensch Chancen und Risiken birgt

Neben der Ökologie und der Ökonomie ist im Bereich Corporate-Social-Responsibility ein dritter Faktor maßgeblich. Bei der Einführung nachhaltiger Maßnahmen spielen gesellschaftliche Bemühungen eine zentrale Rolle. Die Achtung von Menschenrechten gilt dabei als absolute Grundvoraussetzung. Um sich als verantwortungsbewusstes Unternehmen hervorzuheben, reicht dies aber bei Weitem nicht aus. So ist auch die Unterstützung gemeinnütziger Aktivitäten, Stiftungen oder Starting Venture-Projekte fast schon zu einem Muss geworden. Eine Tatsache, die auch Risiken birgt: Wird klar, dass ein Unternehmen Projekte nur aus Image-Gründen unterstützt und vor allem am eigenen Erfolg interessiert ist, können die Bemühungen schnell ins Gegenteil umschlagen. Empfehlenswert ist es daher, sich bei der Entscheidung Zeit zu lassen und gegebenenfalls einen Experten zu konsultieren.

Auch bei den eigenen Mitarbeitern setzen Unternehmen auf eine Vielzahl an Maßnahmen. Es werden Entwicklungschancen in Aussicht gestellt, die die Zufriedenheit und Motivation erhöhen sollen. Außerdem engagieren sich Arbeitgeber für den Gesundheitsschutz und die Arbeitssicherheit, um das Vertrauen ihrer Mitarbeiter zu stärken. Viele Firmen setzen sich aktiv für die Erhöhung des Frauenanteils ein oder gestalten Kindertagesstätten. Zu der Philosophie vieler Unternehmer gehören zudem Integrationsmaßnahmen, in deren Zuge beispielsweise Menschen mit Beeinträchtigungen im Bewerbungsprozess bevorzugt behandelt werden.

Mitarbeiter als Bestandteil der CSR

Auch Ihre eigenen Mitarbeiter sind ein wichtiger Bestandteil, der bei den Maßnahmen der CSR Beachtung finden sollte.

 

CSR in Ihrem B2B-Unternehmen

Dass B2C-Unternehmen daran interessiert sind, ihre Außenwirkung stetig zu verbessern, um Kunden zu halten oder Neukunden zu generieren, ist kein Geheimnis. Allerdings ist auch die Nachhaltigkeit im B2B-Bereich ein großes Thema. Verdeutlichen lässt sich das erneut am Beispiel BASF. In einer kürzlich veröffentlichen Pressemeldung erklärt das Unternehmen, dass es Geschäftskunden mit nachhaltigen Lösungsansätzen dabei unterstützen wolle, die Wünsche der Endkonsumenten zu erfüllen. Das Erfüllen von Kundenwünschen lässt sich auf verschiedenste Branchen übertragen. Gemäß des Forums Fairer Handel wächst beispielsweise der Absatz fair gehandelter Produkte kontinuierlich. Kunden wünschen sich Produkte, die zu fairen Bedingungen hergestellt wurden. Daher machen es sich Zulieferer zur Aufgabe, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Schließlich kann es im Ernstfall dazu kommen, dass produzierende Unternehmen auf ihrer Ware sitzenbleiben, wenn die Produktionsbedingungen von Endkunden als “unfair” wahrgenommen werden. Die Außenwirkung eines Unternehmens scheint wichtiger denn je. Folglich ist es im Interesse von Geschäftspartnern, diese Wirkung zu verbessern und das Vertrauen in ein Unternehmen zu stärken. Schließlich sorgt das auch für mehr Reputation, was besonders in Krisenzeiten sehr hilfreich sein kann.

 

Wie kann CSR ins Unternehmen implementiert werden und wo lauern Fallen?

Nur die wenigsten Unternehmen verfügen über die Reichweite und die finanziellen Mittel eines gewaltigen Konzerns. Allerdings ist dies keine Voraussetzung für nachhaltiges Wirtschaften. CSR-Maßnahmen kommen sehr wohl auch für mittelständische Unternehmen in Frage. In einigen Branchen sind Aktivitäten, beispielsweise zum Umweltschutz, nicht mehr wegzudenken, in anderen können Unternehmer eine Vorreiterrolle einnehmen. Wer über die Einführung von Maßnahmen zur Steigerung der Nachhaltigkeit nachdenkt, sollte sich allerdings bewusst sein, dass dies mit einem nicht zu unterschätzenden Aufwand verbunden ist. Aktivitäten müssen gezielt ausgewählt und langfristig ins Kerngeschäft integriert werden. Glaubwürdigkeit ist ein absolutes Muss, sonst droht die Gefahr, als falscher Moralapostel wahrgenommen zu werden.

Ein guter Einstieg für Neulinge auf dem Gebiet CSR ist die Erlangung eines Gütesiegels, das von unabhängigen Instituten verliehen wird und an dessen Echtheit keine Zweifel entstehen. Aufschlussreich ist die Beobachtung des Wettbewerbs: Welche Maßnahmen wurden ergriffen? Wo wurden Erfolge verzeichnet und wo gab es Rückschläge? Bei der Recherche sind Social-Media-Kanäle ein guter Indikator für gelungene und gescheiterte Aktivitäten, die das soziale Verantwortungsbewusstsein unterstreichen sollten. Aus einem Shitstorm kann nicht nur derjenige lernen, der ihn verursacht hat. Wer selbst aktiv wird und sich seiner Sache sicher ist, sollte selbst sämtliche Marketing-Kanäle, insbesondere Social-Media, nutzen. Erfolgsfördernd ist auch das aktive Vernetzen und Kooperieren mit anderen nachhaltigen Unternehmen. Dadurch profitieren Unternehmer indirekt von überzeugenden Maßnahmen des Partners. Doch auch hier ist Vorsicht geboten: Nur wer aufmerksam beobachtet, ist jederzeit im Bilde darüber, was vor sich geht. Wofür sich ein Unternehmen auch entscheidet, Transparenz sollte unbedingt oberste Priorität besitzen.

Social Media als Bestandteil Ihrer CSR

Die Kommunikation über Social-Media-Kanäle kann von essentieller Bedeutung sein. Trotzdem sollten Sie hier Vorsicht walten lassen.

 

Fazit

B2B-Unternehmen, die zukünftig erfolgreich wirtschaften wollen, sollten sich CSR keinesfalls verschließen. Es müssen allerdings zeitgemäße Maßnahmen gefunden werden, die in der Unternehmensstrategie verankert sind und sich nahtlos in das Geschäftsmodell einfügen lassen. Wer nicht transparent agiert, riskiert negative Folgen. Wer jedoch die Weichen richtig stellt, profitiert von einem verbesserten Image, motiviert seine Mitarbeiter und öffnet die Türen für eine erfolgreiche Zukunft.

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Autor

Birgit Weber
Birgit Weber

Birgit Weber ist als Redakteurin im B2B Manager tätig. Sie trainiert und berät seit mehr als zehn Jahren Unternehmen hinsichtlich ihrer Marketing- und Vertriebsstrategien und zählt zu den geschätzten Sprecherinnen auf B2B-Messen. Neben ihrer Autorentätigkeit ist Birgit Weber Leiterin eines Institutes für Rhetorik, Persönlichkeitsentwicklung und Zukunftsplanung.

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